Thermische in-situ Sanierung: Wegbereiter für ein ausgezeichnetes Flächenrecycling-Projekt

Der Schadstoffaustrag war mit der Kombination aus THERIS und TUBA mit mehr als 440 kg LHKW deutlich größer als das abgeschätzte Schadstoffinventar.
 Thermische in-situ Sanierung eines PCE-Schadens während der Abrissarbeiten
Dienstleister

reconsite GmbH

Auberlenstraße 13 / 70736 Fellbach
Telefon: +49 711 410190 0
Beschreibung

Standortbedingungen

Bei dem Betrieb einer chemischen Reinigung gelangten über mehrere Jahre leichtflüchtige, halogenierte Lösemittel (LHKW), insbesondere Tetrachlorethen (PCE), in den Boden. Die LHKW bewirkten eine schädliche Bodenveränderung. Die LHKW wurden zudem bis in das Grundwasser ausgewaschen. Eine Verbreitung der Lösemittel über das Grundwasser wurde mit einer hydraulischen Sicherung über 20 Jahre unterbunden. Das gesamte Schadstoffinventar wurde auf 100 – 200 kg geschätzt.

Im Zuge einer Umnutzung von Grundstück und Gebäuden durch einen Investor störte die dauerhafte hydraulische Grundwassersicherung. Daher war eine schnelle Sanierung der lösemittelhaltigen Schadensherde notwendig.

Ziel der thermischen In-situ-Sanierung war die Beseitigung der LHKW-Quelle. Hierzu waren 90-95% der LHKW aus der Schadstoffquelle, sowohl aus dem Boden als auch aus dem Grundwasser, zu entfernen. Zeitgleich zur In-situ-Sanierung der Schadensherde fanden auf dem Gelände bereits Abbrucharbeiten an nicht mehr benötigten Gebäuden statt. Dies wurde beim Sanierungs- und Schnittstellenmanagement zwischen den einzelnen Gewerken berücksichtigt. Ein reibungsloser Ablauf der Arbeiten wurde so gewährleistet.

Sanierungsverfahren

Für die Sanierung wurde eine Kombination aus konduktivem und konvektivem Wärmeeintrag eingesetzt, um die Schadstoffe gezielt zu mobilisieren und zu entfernen. Im bindigen, ungesättigten Schwemmschutt wurden feste Wärmequellen nach dem THERIS-Verfahren bis in eine Tiefe von 9 m installiert. Ergänzend erfolgte eine Dampfinjektion mit Luftinjektion mittels TUBA-Verfahren im Kluftgrundwasserleiter (Aquifer) bis zu einer Tiefe von 14 m bei einer hydraulischen Durchlässigkeit von kf = 3·10⁻⁴ m/s.

Um die mobilisierten Schadstoffe gezielt aus der ungesättigten Bodenzone zu entfernen, wurde die Bodenluft kontrolliert abgesaugt. Eine Förderung von Grundwasser erfolgte im zentralen Bereich als hydraulische Sicherung. Die Kombination dieser Verfahren sorgte für eine hocheffiziente Schadstoffentfrachtung und eine sichere Stabilisierung des Standortes.

Besondere Herausforderungen:

  • gleichzeitige Abbruch- und Sanierungsmaßnahmen,
  • zwei unterschiedliche geologische Formationen auf kleinstem Raum,
  • Lärmschutz aufgrund der nahen Wohnbebauung,
  • Winterbetrieb

Ergebnis und Bewertung

Innerhalb der 6-monatigen LHKW-Sanierung wurden mehr als 440 kg LHKW, vornehmlich PCE, aus dem Untergrund entfernt. Damit wurde deutlich mehr Lösemittel aus dem Boden und Grundwasser entfernt, als ursprünglich bei der Projektplanung erwartet wurde.

Nach Abschluss der Sanierung wurde das Gelände vollständig neu bebaut. Dabei wurden sowohl bestehende Gebäude restauriert als auch neue Bauwerke errichtet. Für die gesamte Projektentwicklung für den Standort wurde 2022 das Unternehmen Hamburg Team mit dem ersten Platz beim Brownfield24 Award in der Kategorie „Bestes Wohn- & Quartiersprojekt“ ausgezeichnet.

Wir freuen uns, dass wir mit unserer thermischen Grundwassersanierung diesen tollen Projekterfolg ermöglicht haben.

 

Unsere thermischen in-situ Sanierungsverfahren TUBA und THERIS wurden 2024 mit einem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

Bodensanierungsarbeiten
Arbeitsschutz
Schutzmaßnahmen: Persönliche Schutzausrüstung (PSA), Schwarz-Weiß-Anlage, Arbeiten in kontaminierten Bereich gemäß DGUV-R 101-004
Bodensanierungsarbeiten
Bodensanierung-Schadstoffe
Bodensanierungsarbeiten
In-Situ-Verfahren
In-Situ-Verfahren: Bodenluftabsaugung, Dampfinjektion, Dual phase extraction, Pump and Treat, THERIS (feste Wärmequellen) , TUBA (Dampf-Luft-Injektion)
Sanierungstiefe: 16 m
Fläche: 250 m²
Dampfleistung in kg/h: 600
Grundwassersanierung
Grundwassersanierung Eigenschaften
Gutachterliche Leistungen: Monitoring
In-Situ-Verfahren: Bodenluftabsaugung, Dual Phase Extraction, Pump and Treat, THERIS (feste Wärmequellen), TUBA (Dampf-Luft-Injektion)
Behandlungsverfahren: Aktivkohlefiltration, Kies-/Sandfiltration
sonstige Technische Bedingungen: Datenspeicherung online
Tiefenlage der Belastung: 16 m
Umwelttechnik
Boden- und Gewässerschutz Eigenschaften
Aufgabenbereiche Boden- und Gewässerschutz: Altlasten, Flächenrecycling
Erkundungsstufe: Sanierungsdokumentation
Medien: Boden, Bodenluft, Festgestein, Grundwasser
Planungsstufe: Ausführungsplanung
Brunnenbauarbeiten
Brunnenbau Eigenschaften
Nutzungsart: Sanierungsbrunnen
Auftraggeber
Eine Firma aus Deutschland
Auszeichnungen
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