Großräumige Grundwassersanierung eines ehemaligen Tanklagers in Hamburg-Waltershof

Am Petroleumhafen Hamburg wurde ein komplexer MKW-Schadensherd im Boden und Grundwasser mit unserer thermisch unterstützten Bodenluftabsaugung (TUBA) bis in 12 m beseitigt. Auf 10.000 m² wurden in 1,5 Jahren über 280 t Benzin-KW energiesparend entfernt.
TUBA-Sanierung Tanklager Petroleumhafen Hamburg
Dienstleister

reconsite GmbH

Auberlenstraße 13 / 70736 Fellbach
Telefon: +49 711 410190 0
Beschreibung

Standortbedingungen

Der Petroleumhafen in Hamburg-Waltershof wurde seit den 1920er Jahren betrieben und ausgebaut. Nach der Stillegung befanden sich im Boden und Grundwasser erhebliche Mengen an Mineralölkohlenwasserstoffen (MKW), Benzin-KW, BTEX und PAK (polyzyklische aromatische KW)). In einigen Bereichen schwamm Leichtphase auf dem tidebeeinflussten Grundwasser.

Quellensanierung mit dem TUBA-Verfahren (Dampf-Luft-Injektion)

Für die Schadensherdsanierung mit dem TUBA-Verfahren (thermisch unterstützte Bodenluftabsaugung) am Standort Petroleumhafen Hamburg wurde eine Grundfläche von grob 10.000 m² hergerichtet. Für die Sanierung wurden neben dem Sanierungsfeld ein Dampferzeuger mit einer Dampfkapazität von bis zu 10.000 kg Dampf/h, eine Bodenluftabsaugung und -reinigung mit einer Leistung von bis zu 7.500 m³ Bodenluft/h und eine Grundwasserreinigungsanlage zur Förderung und Reinigung von bis zu 16 m³ Wasser/h installiert und betrieben.

Bei der wohl größten thermischen in-situ Sanierung in Europa wurden in nur 17 Monaten Sanierungsbetrieb über 280 Tonnen Benzin-KW erfolgreich aus grob 100.000 m³ Boden und dem Grundwasser ausgetragen. Die mobilisierten Schadstoffe wurden vor Ort gezielt über ein geschlossenes Leitungssystem aus dem Boden gefördert, beseitigt und saubere, gereinigte Luft in die Atmosphäre abgegeben.

Im Sanierungsverlauf war insgesamt eine dynamische Betriebsführung erforderlich, um die zahlreichen standortspezifischen Limitierungen für die Dampf-Luft-Injektion, die Bodenluftabsaugung und -reinigung sowie die Wasseraufbereitung erfolgreich zu überwinden.

Besondere Herausforderung:

  • Beim Explosionsschutz mussten stark schwankende Austräge expolsiver Gasgemische berücksichtigt werden, die durch die heterogene Hydrogeologie und den Tideeinfluss verursacht wurden.
  • Standort-Heterogenität in Bezug auf Schadstoffzusammensetzung und -menge als auch auf das unterschiedliche geologische Substrat (z. B. Torf, Lehm)

Sanierungsergebnis und Bewertung

Die Sanierung mit unserem TUBA-Verfahren am Standort Petroleumhafen Hamburg ergab sich einen spezifischer Energieverbrauch von rund 55 kWh je Tonne Boden bzw. unter 40 kWh je Kilogramm Schadstoff. Die thermische in-situ Sanierung darf daher als hochgradig energieeffizient und energiesparend bezeichnet werden. Der in der Literatur angegebene Median für den Energieverbrauch hydraulischer Maßnahmen (850 kWh/kg) wurde um mehr als das 20-fache unterschritten.

Die mit der Sanierung bewirkte Schadstoffentfrachtung ist ebenso nachhaltig und dauerhaft. Die spezifischen Kosten dieser TUBA-Sanierung mit rund 30 € je Tonne Boden bzw. rund 21 € je Kilogramm Schadstoff sind vergleichsweise günstig. Sie unterschreiten die Literaturwerte für konventionelle hydraulische Maßnahmen.

Um den Erfolg der TUBA-Sanierung zu bewerten, wurden Zielwerte für maximale Schadstoffgehalte im Boden von der Umweltbehörde festgelegt. Als Zielwerte wurden 500 mg/kg für Benzinkohlenwasserstoffe und 30 mg/kg für BTEX festgelegt. Bewertungskriterium war die Korrelation der ursprünglichen Konzentrationen im Boden mit den Konzentrationen nach  Beendigung der TISS. Die anfänglichen Konzentrationen im Boden, die die Zielwerte überstiegen, wurden durch die TUBA-Sanierung um einen Faktor von fast 1.000 reduziert. Dies entspricht einem durchschnittlichen Sanierungserfolg von 99,7 %. Nach der TUBA- Sanierung lagen mehrere Schadstoffkonzentrationen im Boden unter der Nachweisgrenze.

 

Das Projekt wurden bei den Brownfield24 Awards 2022 mit dem 1. Platz ausgezeichnet.

Unsere thermischen in-situ Sanierungsverfahren TUBA und THERIS wurden 2024 mit einem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

https://www.reconsite.com/referenzen/thermische-in-situ-sanierung-petroleumhafen-hamburg

Bodensanierungsarbeiten
Arbeitsschutz
Atemschutz: Gasfilter
Schutzmaßnahmen: Persönliche Schutzausrüstung (PSA), PID-Messungen, Schwarz-Weiß-Anlage, Vollschutz, Arbeiten in kontaminierten Bereich gemäß DGUV-R 101-004
Bodensanierungsarbeiten
Emmissionsschutz
Schutzmaßnahmen: Absaugung, Bewetterung, Schwarz-Weiß-Anlage, Stiefelwaschanlage
Bodensanierungsarbeiten
Bodensanierung-Schadstoffe
Bodensanierungsarbeiten
In-Situ-Verfahren
In-Situ-Verfahren: Bodenluftabsaugung, Dampfinjektion, Dual phase extraction, In-Situ-Strippung, Pump and Treat, TUBA (Dampf-Luft-Injektion)
Sanierungstiefe: 12 m
Kubatur: 100.000 m³
Fläche: 10.000 m²
Dampfleistung in kg/h: 10.000
Grundwassersanierung
Grundwassersanierung Eigenschaften
Gutachterliche Leistungen: Monitoring
In-Situ-Verfahren: Bodenluftabsaugung, Dampfinjektion, Dual Phase Extraction, Phasenabschöpfung, Pump and Treat, TUBA (Dampf-Luft-Injektion)
Behandlungsverfahren: Mehrphasenabscheider, Strippung
sonstige Technische Bedingungen: Steuerungstechnik mit Fernzugriff, Datenspeicherung online
Tiefenlage der Belastung: 10 m
Umwelttechnik
Boden- und Gewässerschutz Eigenschaften
Aufgabenbereiche Boden- und Gewässerschutz: Altlasten, Flächenrecycling
Medien: Boden, Bodenluft, Grundwasser
Umwelttechnik
Abluftreinigung Eigenschaften
Schadstoffabbau: Flüchtige organische Kohlenwasserstoffe (VOC)
Volumenstrom: 7.500 m³/h
Brunnenbauarbeiten
Brunnenbau Eigenschaften
Nutzungsart: Sanierungsbrunnen
Auftraggeber

BUKEA - Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, Freie und Hansestadt Hamburg

Hamburg
Hamburg, Deutschland, Europa
Referenz bestätigt am 28.05.2025 durch BUKEA - Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, Freie und Hansestadt Hamburg, Hamburg

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